Ernährung


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  • Allgemeines zur Ernährung
  • Rohfleischfütterung
  • Nassfutter
  • Trockenfutter


Allgemeines


Bedingt durch die Nahrungsmittelallergien unserer älteren Tochter und den damit zeitweise verbundenen Diäten, wo ich alles selber kochen musste, um keine 'nicht deklarierte Fremdstoffe' zu verwenden, wurde mir klar, wie viele nutzlose Zusatzstoffe in jedem Fertigprodukt vorhanden sind. Von den Geschmacksverstärkern, Konservierungsstoffen und Farbstoffen ganz zu schweigen. Für uns Menschen verwende ich seither möglichst naturbelassene Zutaten und so wenig wie möglich Fertigprodukte.

Deshalb mache ich mir auch genaue Überlegungen betreffend Fütterung der Tiere, berechne ihren Tagesbedarf und vergleiche die einzelnen Marken auf Inhalts- und Zusatzstoffe. Für Katzen gibt es auf dem Markt inzwischen so viele verschiedene Produkte, dass man fast nicht weiss, wo man anfangen soll. Bisher hat es sich in meiner Tierhaltung stets bewährt, dass ich auf möglichst natürliche Produkte geachtet habe, ohne künstliche Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Aroma-/Lockstoffe, Zucker und Soja; jedoch mit hohem Fleischanteil und wenig Getreide.

Das heisst jedoch, dass ich dabei auf Billigprodukte aus den Einkaufsläden verzichte (enthalten nur 4% Fleisch, diverse zweitklassige Mehle, Soja und Zucker, welcher den Zähnen schadet und den Zahnstein begünstigt sowie die Nieren unnötig belasten) und stattdessen Qualitätsnahrung aus dem Fachhandel bevorzuge. Da die Premium-Nahrung einen höheren Nährwert hat und besser verwertet werden kann, braucht eine Katze kleinere Mengen davon. So gleicht sich der höhere Kaufpreis des Futters im Endeffekt durch geringeren Verbrauch wieder aus, bzw. kommt sogar günstiger!!!

Die beste Alternative zum Fertigfutter und auch artgerechteste Fütterung ist die Rohfütterung. Dies setzt zwar einiges Wissen voraus, damit die Katzen keine Mängel erleiden, ist jedoch keine Hexerei. Natürlich kann man der Katze nicht einfach nur rohes Fleisch hinstellen, dieses hätte viel zu viel Phosphor und zu wenig Kalzium, sondern muss es durch Zusätze wie ein gutes Vitamin- und Mineralprodukt, Kalzium, Taurin, Salz und ev. Fett entsprechend ergänzen. Die Vorteile von einer gesunden Katze, die kaum mehr haart ausser im Fellwechsel, weniger Allergien, Blasen- und Nierenproblemen und schöneren Zähnen sind nicht zu übersehen.

Zu diesem Thema gibt es zwei tolle Links, den ich jedem Katzenbesitzer nur empfehlen kann, der seine Katze möglichst artgerecht und gesund ernähren möchte:

www.savannahcat.de/katzenernaehrung.html - enthält einfach alles, was man über Fertigfutter und Rohfütterung wissen muss inkl. Grundrezepte

www.pristine-paws.de/ke.htm - enthält u.a. einen guten "Rechner", der einem berechnet, wie viel Kalzium und Fett man den verschiedenen Fleischsorten beigegeben muss


Nachfolgend einige Fütterungsregeln und Ernährungstipps, um eine gute Gesundheit der Katze zu gewährleist

  • Zum Trinken benötigt die Katze täglich frisches Wasser und keine Milch! Milch führt oft zu Darmproblemen und sollte nicht verabreicht werden, zumal die erwachsene Katze diese nicht mehr verdauen kann (Durchfall und Blähungen sind die Folge).

  • Feste Futterzeiten einhalten (erwachsene Katzen mind. 2x, besser 3x täglich füttern) und der Katze nicht den ganzen Tag Futter hinstellen oder sie zwischendurch füttern. Nach einer Stunde stehen gelassenes Futter wegräumen. Denn einerseits entwickelt die Katze bei vielen kleinen Mahlzeiten keinen richtigen Appetit und wird wählerisch und andererseits haben diese einen negativen Einfluss auf den pH-Wert des Urins, was zu vermehrter Harngriessbildung führt und auf die Dauer gesundheitsschädigend ist, da die Nieren übermässig belastet werden. Durch neue Trockenfutterrezepturen konnte wohl die Struvitsteinbildung etwas reduziert werden, dafür entstand aber das andere Problem, dass die Katzen nun vermehrt Oxalatsteine bilden, welche leider nicht aufgelöst werden können, sondern operativ entfernt werden müssen.

  • Jeder Katze einen eigenen Futternapf geben, um Streit und hektischem Fressen vorzubeugen.

  • Nach den Mahlzeiten nicht mit den Katzen spielen, damit sie in Ruhe ihr Futter verdauen können.

  • Um Betteln zu verhindern, Katzen nicht vom Tisch füttern, sondern an ihrem Futterplatz!

  • Auf Belohnungen zwischendurch sollte grundsätzlich verzichtet werden. Zudem enthalten Belohnungstabs und Vitaminpasten meist Zucker und Getreide. Zusätzliche Vitamine sind jedoch bei einer ausgewogenen und guten Ernährung nicht nötig bzw. sogar ein Zuviel!

  • Futterumstellungen (vor allem Trockenfutter) langsam über mehrere Tage vornehmen, während denen das neue Futter beigemischt und anteilsmässig langsam erhöht wird.

  • Bei Verwendung von Nass- und Trockenfutter nur Premium-Qualität (empfehlenswerte Futtersorten siehe Anhang) mit möglichst hohem Fleischanteil füttern und die Futtermarken täglich abwechselndamit sich die Katze nicht auf ein bestimmtes Futter fixiert und allfällige Mangelerscheinungen verhindert werden. Beim Nassfutter darauf achten, dass es kein Getreide enthält, da bereits mehr als genug im Trockenfutter vorhanden ist. Eine Liste mit Marken, die wir empfehlen können, ist untenstehend als Download zu finden und wird vorzu aktualisiert.

  • Von reiner Trockenfütterung ist dringend abzuraten, da dadurch Harnsteine, Nierenprobleme, Diabetes, Übergewicht, Allergien etc. entstehen können, weil die Katze dafür von Natur aus zu wenig trinkt und Trockenfutter generell zuviel Getreide enthält. Vorsicht bei Futter mit Knoblauch (ist giftig) und sonstigen Zusatzstoffen sowie EG-Zusatzstoffen (= künstliche Konservierungsmittel, welche zu Krebs führen können!). So wenig Trockenfutter wie möglich füttern!

  • Durch das Aufstellen von 2 - 3 Wasserschalen an häufig frequentierten Stellen in der Wohnung, wird die Katze zu vermehrter Wasseraufnahme angeregt.
Im Anhang dazu ein interessanter Artikel zum Thema "Alleinfutter".

Alleinfutter - gibt es das - Michael von Lüttwitz und Peter Grunert.pdf


Rohfleischfütterung

Rohfleischfütterung ist die für Katzen die beste und gesündeste Fütterungsart. Unter www.savannahcat.de/katzenernaehrung.html findet man tolle Tipps, Infos und Rezepte. Bei einer Fütterung von mehr als 20% (bei Jungtieren ab 10%) Rohfleisch pro Tag, muss dieses unbedingt mit einem Vitamin-Mineral-Zusatz, Kalzium, Salz und Taurin ergänzt werden, da reines Fleisch zu viel Phosphor enthält. Das Ca : Ph-Verhältnis sollte jedoch ungefähr 1,2 : 1 betragen. Man kann die Zusätze einzeln zugeben (Baukastensystem), so kann man Fleisch mit oder ohne Knochen variieren oder es gibt Zusätze, welche bereits alles enthalten, für Fleisch ohne Knochen.

Für die Rohfleischfütterung eignen sich:

  • Fleisch am besten in Stücken (zum Kauen und für die Zähne) von Huhn, Pute, Kaninchen, Lamm, Kalb (Voressen und Braten), ev. Rind sowie Eintagsküken (letztere sind ausgewogene Mahlzeiten in sich und benötigen keine Zusätze) etc. Eine gute Quelle für tiefgefrorenes Fleisch ist www.goldenway.ch
  • Rohe Hühnerhälse, enthalten dank den Knochen wertvolles Kalzium und sind gut für die Zähne (gefroren in der Migros oder bei Goldenway am Stück oder gehackt erhältlich).
  • KEINE gekochten Hühnerknochen füttern, da diese splittern und schlimme Verletzungen in Speiseröhre, Magen und Darm verursachen!!!
  • Kleine Kalbsbrustspitzchen, welche kleine, weiche Knorpelchen enthalten (beim Metzger in der Migros erhältlich) sind ebenfalls gut für die Zahnreinigung.
  • Rinder- oder Hühnerherzen (enthalten viel Taurin) (beim abgepackten Fleisch in der Migros).
  • 1x wöchentlich eine Mahlzeit gedünsteten, ungewürzten Lachs versorgt die Katze mit den notwendigen und wichtigen Omega3- und Omega6-Fettsäuren.

Bei Verabreichung von mehr als 20% Rohfleisch (bei Jungkatzen über 10%), sollte dieses unbedingt mit einer guten Vitamin- und Mineralienmischung, Kalzium, Taurin und wenig Salz ergänzt werden (siehe www.savannahcat.de/katzenernaehrung.html). Es gibt neu auch Zusätze, die bereits alles enthalten. Sämtliche Zusätze können bei uns bezogen werden.

Leber darf max. 5% der Nahrung ausmachen, da sonst ein Vitamin A-Überschuss entsteht.

Wichtig zu wissen:

  • Futter nicht direkt aus dem Kühlschrank füttern! Dies kann Magenproblemen und Durchfall verursachen. Nehmen Sie es einige Zeit vor dem Verfüttern heraus oder erwärmen es im lauwarmen Wasserbad auf Zimmertemperatur. Einmal geöffnete Dosen oder Beutel sollten gut verschlossen, nicht länger als 24 Stunden aufbewahrt werden. Manche Katzen mögen kein so aufbewahrtes Futter; deshalb lieber kleine Portionen kaufen und frisch füttern!
  • Nassfutter/Rohfleisch nicht längere Zeit (besonders im Sommer) stehen lassen, da es anläuft, verdirbt und Fliegen anzieht (Parasitenübertragungsgefahr)!
  • Als kleine Abwechslung zwischendurch (und besser verträglich als Milch!) lecken Katzen gerne 1 - 2x pro Woche etwas Joghurt, Rahm oder Hüttenkäse (Cottage Cheese) oder nehmen 1x pro Woche ein Eigelb, jedoch alles immer mit Mass verabreichen!!! Vorsicht mit Quark, enthält sehr viel Phosphor!
  • Tischreste, werden von Katzen oft gerne gefressen, enthalten jedoch zu viel Fett, zu wenig Eiweiss und sind zu stark gewürzt. Gewisse Konservierungsmittel sind für Katzen zudem unverträglich.
  • Nudeln, Reis, Getreide und Gemüse nicht an Katzen verfüttern! Bei reiner Rohfleischfütterung können maximal 5% in gekochter Form zugegeben werden. Wird neben Rohfleisch und Nassfutter (auf Sorten ohne Getreide und pflanzliche Nebenerzeugnisse achten!) auch noch Trockenfutter gefüttert, so ist gänzlich auf Getreide und Gemüse zu verzichten, da diese dadurch bereits genügend abgedeckt sind.
  • Schokolade, Zwiebeln und Knoblauch sind für Katzen giftig, ebenso Teebaumöl! Lesen Sie dazu auch den angehängten Artikel "Tiervergiftungen" von Nicole Zurbuchen.
  • Fisch (ohne Geräte) vorzugsweise gekocht oder gedämpft verabreichen wegen Parasiten (z.B. Bandwurmfinnen).
  • Leber enthält sehr viel Vitamin A, welches bereits zu Genüge im Fertigfutter enthalten ist und sollte deshalb (ausser bei Rohfleischmahlzeiten) nicht gefüttert werden, da sonst eine Überversorgung mit Vitamin A erfolgt, welche Vitamin-A-Vergiftung mit Lähmungen, Knochenwucherungen und Verkrüppelungen zur Folge haben kann.
  • Schweinefleisch nur gekocht verfüttern, da dieses einen Virus enthalten kann, der zur Aujeszkyschen Krankheit führt, welche tödlich verläuft. Auf Schinken, Salami etc. ist ganz zu verzichten, da diese zudem Konservierungsmittel und zuviel Salz enthalten! 

Tiervergiftungen - Nicole Zurbuchen.pdf


Nassfutter


Beim Fertigfutter für Tiere hat man eine grosse Sicherheit, dass das Tier alle notwendigen Stoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Fette etc. bekommt. Leider enthalten die meisten Fertigfutter zu viele Nebenprodukte und Getreide, weshalb sich einmal mehr die Rohfütterung anbietet. Die Rohfütterung ist dem Gekochten eindeutig vorzuziehen, da durch den Kochvorgang viele wertvolle Stoffe zerstört werden und schliesslich frisst die Katze in der Natur auch keine gekochten Mäuse! Bei selbst zubereiteter Nahrung ist es wichtig, dass diese mit den richtigen Zusatzstoffen wie Kalzium, Vitaminen, Fetten, Taurin etc. angereichert wird, damit es eine ausgewogene und artgerechte Ernährung bietet. Mit etwas Übung ist diese nicht mal viel zeitintensiver oder teuerer, dafür weiss man, was man seinen Vierbeinern füttert!

Bei Dosenfutter ist es wichtig, die Marken und Geschmacksrichtungen abzuwechseln (so benutze ich z.B. Animonda, GranataPet, Catz Finefood, MAC's, Grau, Lily's Kitchen, Miamor), um zu verhindern, dass die Katze am Schluss nur noch ein bestimmtes Futter frisst und einseitig ernährt wird. Auch ein hoher Getreideanteil, Soja, künstliche Zusatzstoffe etc. sollten vermieden werden.

Im Anhang finden Sie eine Liste mit Futtersorten, die ich persönlich empfehlen kann. Diese Liste wird vorzu ergänzt und erneuert.

Download noch nicht verfügbar


Trockenfutter


Da Trockenfutter als Auslöser für viele Krankheiten wie Nierenprobleme, Diabetes, Allergien, Tumore etc. bekannt ist, habe ich seit einigen Jahren die eh schon kleine Portion abends ganz gestrichen und gebe es höchstens mal als Belohnung oder kleines Bettmümpfeli.

Unsere Katzen werden hauptsächlich mit hochwertigem Nassfutter und Rohfleisch und für die Zähne alle paar Tage ein paar Stücke Hühnerhälse oder mal ein Küken von klein an gefüttert und lernen Trockenfutter erst spät in kleinen Mengen kennen, damit sie nicht zu stark darauf geprägt werden. Mit dieser Fütterung bin ich über all die Jahre sehr gut gefahren und unsere älteste Kätzin ist inzwischen 17.5 Jahre alt.

An Trockenfutter verwende ich Purizon, Natural & Delicous (N&D), Wildcat oder GranataPet gemischt mit wenig Hill's Oral Care (grosse Stücke zum Beissen), welches recht hochwertige Trockenfutter sind und fast kein Getreide enthalten.

Bei ausschliesslicher Fütterung mit ungeeignetem Trockenfutter und wenn die Katze dabei zu wenig trinkt, besteht ein erhöhtes Risiko zu Harngriess und/oder Nierenproblemen. Denn die Katze trinkt dafür meist zu wenig! Durch einen Abstand von Futter- und Wasserschale von mindestens 2m und dem Aufstellen einer zweiten und dritten Wasserschale in anderen Räumen wird die Katze zu vermehrtem Trinken angeregt!

Und für die Zahnsteinvorbeugung gibt es bessere Alternative über die Rohfütterung: z.B. Fleischstücke oder kleine, ungekochte (da durchs Kochen die Knochen hart und brüchig werden -> Verletzungsgefahr) Knochen oder Knorpelchen (rohe Hühnerhälse oder Hühnerflügel, Kalbsbrustspitzen etc.), welche die Katzen kauen und zerbeissen müssen.

Wichtig ist beim Trockenfutter, dass man auf ein qualitativ hochwertiges Futter achtet, das nicht zu viel Getreide enthält und keine gesundheitsschädigenden Konservierungsstoffe etc. zugesetzt hat. Gerade hinter dem Begriff EG-Zusatzstoffe verbergen sich oftmals BHT (E321) und BHA (E320), welche Allergie auslösende und krebsfördernde Wirkungen haben. Auch ist darauf zu achten, wie das darin enthaltene Fleisch deklariert wird. So bedeutet z.B.:

  • Hühnerfleischmehl (Chicken Meal): ist so enthalten wie angegeben und somit die genauste Angabe!
  • Hühnerfleisch (Chicken): Fleisch, das in ungetrocknetem Zustand gewogen wurde, so dass dieses in getrocknetem Zustand effektiv 70% weniger Fleischanteil enthält und somit eigentlich gar nicht an 1. Stelle der Zutatenliste steht!
  • Huhn (Chicken By-Products): praktisch nur Nebenprodukte in ungetrocknetem Zustand!
  • Hühnermehl (Chicken By-Product Meal): Getrocknete Nebenprodukte, praktisch ohne Fleisch!
Dazu ein eindrücklicher und lesenswerter Artikel von med.vet. Roman Camen.
Feuchtfutter ist besser für Katzen - med. vet. Roman Camen.pdf